schedule Mo–Fr 7:00–18:00 · Notdienst auch am Wochenende
A. E. Knop Gebäudereinigung
callAnrufen Angebot anfragen arrow_forward
Mietvertrag und Paragraphenzeichen als Sinnbild für die rechtliche Prüfung einer abgerechneten Dachreinigung
gavel
Ratgeber

Dachreinigung: Recht, Pflichten & Umlage

Wer für die Dachreinigung zahlt – Mieter oder Vermieter –, hängt vom Anlass ab: Instandhaltung zahlt der Vermieter, echte laufende Betriebskosten können nach § 556 BGB vertraglich auf Mieter umgelegt werden.

Ratgeber

Wer für die Dachreinigung zahlt – Mieter oder Vermieter –, hängt vom Anlass ab: Instandhaltung zahlt der Vermieter, echte laufende Betriebskosten können nach § 556 BGB vertraglich auf Mieter umgelegt werden.

Die Frage, wer für die Kosten einer Dachreinigung aufkommt – Mieter oder Vermieter – hängt nicht von der Bezeichnung auf der Rechnung ab, sondern vom Anlass und der Art der Durchführung. Während einmalige oder anlassbezogene Arbeiten in der Regel Sache des Vermieters sind, können regelmäßige, vertraglich vereinbarte Reinigungen unter bestimmten Voraussetzungen als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden.

Im Überblick

Darum geht es hier

  • check_circle Vermieterpflichten
  • check_circle Umlagefähige Betriebskosten
  • check_circle Dachrinnenreinigung (BGH)
  • check_circle Kombinierte Leistungen
  • check_circle Verteilerschlüssel
  • check_circle Prüfschritte für Mieter
Prüfschema

Voraussetzungen für eine wirksame Umlage:

PrüffrageBedeutung
Entstehen die Kosten laufend?Die Reinigung muss turnusmäßig erforderlich sein (z. B. halbjährlich oder jährlich) und nicht nur auf einen einzelnen Schaden reagieren.
Ist die Kostenart vertraglich vereinbart?Eine allgemeine Klausel wie „sonstige Betriebskosten“ reicht nicht aus. Die Kostenart muss konkret benannt sein (z. B. „Dachrinnenreinigung“).
Handelt es sich wirklich um reine Reinigung?Reparaturen, Instandhaltung oder Schadensbeseitigung dürfen nicht mit enthalten sein.
Ist die Abrechnung nachvollziehbar?Leistungsumfang, Gesamtkosten und Verteilerschlüssel müssen klar erkennbar sein.
Wurde wirtschaftlich gehandelt?Die Betriebskostenabrechnung muss dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit genügen.
Fünf Prüffragen entscheiden, ob eine Dachreinigung überhaupt umlagefähig ist – von der Regelmäßigkeit bis zur wirtschaftlichen Durchführung.
Checkliste mit fünf Prüffragen zur Umlagefähigkeit einer Dachreinigung nach Mietrecht
Instandhaltungspflicht

Wer ist grundsätzlich für die Dachreinigung verantwortlich?

Nach § 535 BGB ist der Vermieter verpflichtet, die Mietsache während der Mietzeit in einem vertragsgemäß nutzbaren Zustand zu erhalten. Dazu gehört die Instandhaltung und Erhaltung des Gebäudes, einschließlich des Daches und seiner Bestandteile.

Der Vermieter entscheidet daher grundsätzlich über:

  • Ob eine Dachreinigung erforderlich ist,
  • Welches Verfahren und welches Unternehmen eingesetzt wird,
  • Ob eine fachliche Vorprüfung nötig ist.

Mieter sollten keine eigenständige Beauftragung einer Dachreinigung vornehmen – insbesondere nicht, wenn dabei das Dach betreten, Gerüste aufgebaut oder Hochdruckreiniger verwendet werden sollen. Bei einem erkennbaren Mangel (z. B. Verstopfung, Undichtigkeit) müssen Mieter diesen dem Vermieter unverzüglich melden. Eine Eigenbeseitigung mit anschließendem Kostenersatz kommt nach § 536a BGB nur in engen Ausnahmen infrage (z. B. bei Vermieterverzug oder drohendem Gebäudeschaden).

Vermieter prüft das Dach eines Mehrfamilienhauses im Rahmen seiner Instandhaltungspflicht nach § 535 BGB
Instandhaltung und Erhaltung des Daches sind Sache des Vermieters
Wer zahlt?

Wann muss der Vermieter die Kosten tragen?

Der Vermieter trägt die Kosten, wenn die Maßnahme der Instandhaltung, Instandsetzung oder Beseitigung eines konkreten Mangels dient. Solche Kosten sind nach § 1 der Betriebskostenverordnung (BetrkV) ausdrücklich von den umlagefähigen Betriebskosten ausgeschlossen – unabhängig davon, wie sie auf der Rechnung bezeichnet werden.

Typische Fälle, in denen der Vermieter zahlt:

  • Einmalige Entfernung stärker Verschmutzungen (z. B. Moos, Algen, Staub),
  • Reinigung als Vorbereitung einer Dachbeschichtung oder Sanierung,
  • Beseitigung einer Verstopfung oder Undichtigkeit,
  • Arbeiten im Zusammenhang mit beschädigten oder undichten Dachflächen,
  • Verschmutzungsentfernung zur Schadensprüfung,
  • Reinigung im Rahmen einer Reparatur oder Dachsanierung,
  • Optische Aufwertung des Dachs (keine laufende Kostenposition).

Auch wenn auf der Rechnung lediglich „Dachreinigung“ steht, entscheidet der Zweck der Maßnahme über die Kostenverantwortung – nicht die Bezeichnung.

Rechnung für eine Dachreinigung, deren Zweck über die Kostenverantwortung entscheidet, nicht die Bezeichnung
Instandhaltung, Mängelbeseitigung und Sanierungsvorbereitung zahlt immer der Vermieter
Umlage auf Mieter

Darf der Vermieter die Dachreinigung auf Mieter umlegen?

Eine Umlage auf die Mieter ist nur möglich, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:

  1. Es handelt sich um echte laufende Betriebskosten,
  2. Die Kostenübernahme ist im Mietvertrag vertraglich vereinbart (§ 556 BGB).

Bei einer turnusmäßigen Reinigung der Dachfläche (nicht der Rinne!) besteht besondere Vorsicht: Im Gegensatz zur Dachrinnenreinigung gibt es hier keine ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die sie als allgemeine Betriebskosten ansieht. Ob sie umlagefähig ist, hängt vom Zweck, Rhythmus, Vertragswortlaut und Leistungsumfang ab – eine Einzelfallprüfung ist erforderlich.

Mietvertrag mit markierter Betriebskostenklausel als Voraussetzung für eine wirksame Umlage der Dachreinigung
Umlage nur bei laufenden Betriebskosten mit vertraglicher Vereinbarung nach § 556 BGB
BGH-Rechtsprechung

Was gilt für die Dachrinnenreinigung?

Die Regelmäßige Reinigung der Dachrinne kann laut BGH-Urteil vom 7. April 2004 (VIII ZR 167/03) als umlagefähige sonstige Betriebskosten angesehen werden – vorausgesetzt:

  • Sie erfolgt turnusmäßig (z. B. wegen umliegender Baumbepflanzung),
  • Sie dient keinem Reparaturzweck,
  • Sie ist im Mietvertrag konkret als Kostenart vereinbart (z. B. „Dachrinnenreinigung“ – nicht nur „Dachrinnenreinigung“).

Im genannten BGH-Fall war die Umlage trotz regelmäßiger Durchführung unwirksam, weil die Kostenart nicht hinreichend konkret im Mietvertrag benannt war.

Wann ist die Dachrinnenreinigung nicht umlagefähig?

  • Bei einmaliger Beseitigung einer Verstopfung (Instandsetzung),
  • Bei Reparatur oder Austausch von Rinnen oder Fallrohren,
  • Wenn sie innerhalb einer gemischten Handwerkerrechnung erfolgt und nicht klar getrennbare Anteile aufweist.

Hinweis: Die bloße Nennung von „Entwässerung“ im Mietrecht reicht nicht aus – der BGH behandelt die Dachrinnenreinigung als sonstige Betriebskosten, nicht als Teil der Entwässerungskosten.

Dachrinne an einem Mehrfamilienhaus, deren turnusmäßige Reinigung laut BGH umlagefähig sein kann
BGH-Urteil vom 7. April 2004: Dachrinnenreinigung nur bei konkreter Vertragsklausel umlagefähig
Gemischte Leistungen

Darf bei einer kombinierten Leistung (Reinigung + Reparatur) alles umgelegt werden?

Nein. Bei gemischten Leistungen (z. B. Reinigung der Rinne + Austausch beschädigter Teile + Entfernung von Moos auf der Dachfläche) muss der Vermieter umlagefähige und nicht umlagefähige Kosten trennen. Reparaturanteile dürfen nicht über einen allgemeinen Reinigungsposten auf die Mieter umgelegt werden.

Ist eine sachgerechte Trennung nicht möglich, haben Mieter das Recht, Einsicht in die Originalrechnung zu verlangen und eine aufschlüsselige Aufstellung zu verlangen.

Aufgeteilte Rechnungsposten für Reinigung und Reparatur, die bei kombinierten Leistungen getrennt werden müssen
Reparaturanteile dürfen nicht über den Reinigungsposten umgelegt werden
Verteilerschlüssel

Wie werden umlagefähige Kosten verteilt?

Ist eine Kostenposition grundsätzlich umlagefähig, richtet sich die Verteilung zunächst nach dem Mietvertrag. Fehlt dort eine Regelung, gilt laut § 556a BGB die Wohnfläche als Verteilungsmaßstab – nicht das Eigentum oder die Wohnlage (z. B. Dachgeschossmieter zahlen nicht automatisch mehr).

Die Abrechnung muss deutlich machen:

  • Gesamtkosten und Abrechnungszeitraum,
  • Verwendeter Verteilerschlüssel,
  • Anteil der jeweiligen Wohnung,
  • Berücksichtigte Vorauszahlungen.
Nebenkostenabrechnung mit Verteilerschlüssel nach Wohnfläche gemäß § 556a BGB
Ohne vertragliche Regelung gilt die Wohnfläche als Verteilungsmaßstab
Prüfschritte

So prüfen Mieter eine abgerechnete Dachreinigung

Mieter sollten nicht allein anhand der Bezeichnung „Dachreinigung“ oder „Dachreinigung“ Schlussfolgerungen ziehen. Stattdessen folgt diese Prüfschritte:

  1. Mietvertrag prüfen: Nach „Dachreinigung“, „Dachreinigung“ oder vergleichbar konkreter Kostenart suchen.
  2. Anlass und Regelmäßigkeit prüfen: Wurden die Arbeiten turnusmäßig durchgeführt oder nur wegen eines konkreten Mangels?
  3. Rechnung und Leistungsnachweis anfordern: Bei unklaren Positionen Einsicht verlangen (§ 556 BGB).
  4. Auf Reparatur- oder Sanierungsanteile achten: Diese gehören nicht in die Betriebskosten.
  5. Verteilerschlüssel prüfen: Ist er vertraglich vereinbart oder nach Wohnfläche verteilt?
  6. Vergleich mit Vorjahresabrechnungen: Ist der Leistungsumfang vergleichbar?
  7. Bei Zweifel rechtzeitig widersprechen: Einwendungen gegen die Betriebskostenabrechnung müssen innerhalb von 12 Monaten nach Zugang erfolgen (§ 556 b BGB). Bei unsicherer Rechtslage ist ein Mieterverein oder eine mietrechtlich tätige Kanzlei zu konsultieren.
Mieter vergleicht Mietvertrag und Nebenkostenabrechnung Schritt für Schritt bei einer abgerechneten Dachreinigung
Sieben Prüfschritte von der Vertragslage bis zur fristgerechten Widerspruchsfrist
Anspruch der Mieter

Können Mieter eine Dachreinigung verlangen?

Mieter haben keinen Anspruch auf eine bestimmte Reinigungsmethode oder Beauftragung eines Unternehmens – auch nicht aus optischen Gründen. Ein Handlungsanspruch besteht nur, wenn:

  • Ein Mangel vorliegt, der die Wohnnutzung beeinträchtigt (z. B. eindringendes Wasser, überlaufende Rinne),
  • Eine konkrete Gefahr für das Gebäude besteht (z. B. lose Bauteile, drohender Schaden).

Solche Beobachtungen sollten dokumentiert und dem Vermieter unverzüglich gemeldet werden. Mieter dürfen keine Eigeninitiative ergreifen, die das Dach gefährden könnte (z. B. Betreten ohne Sicherung, Beauftragung ohne Zustimmung).

Mieter meldet dem Vermieter einen sichtbaren Mangel am Dach, statt eigenständig eine Reinigung zu beauftragen
Anspruch auf Handeln nur bei Mangel oder konkreter Gebäudegefahr
Zusammenfassung

Fazit: Der Anlass entscheidet – nicht die Bezeichnung

  • Einmalige, anlassbezogene oder reparaturbezogene Dacharbeiten (inkl. Moosentfernung, Beschichtungsvorbereitung, Undichtigkeitsbeseitigung) zahlen der Vermieter.
  • Eine Umlage auf Mieter ist nur möglich bei:
    • Regelmäßiger, vertraglich vereinbarter Dachrinnenreinigung,
    • Ohne Reparaturanteile,
    • Mit nachvollziehbarer Abrechnung und wirtschaftlicher Durchführung.
  • Bei der unbestimmten Bezeichnung „Dachreinigung“ müssen Mieter Vertrag, Rechnung, Anlass und Leistungsumfang genau prüfen – die Bezeichnung allein sagt nichts über die Umlagefähigkeit aus.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung zum deutschen Wohnraummietrecht und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Gereinigtes Dach eines Mehrfamilienhauses als Ergebnis einer korrekt zugeordneten und abgerechneten Maßnahme
Anlass und Vertragslage entscheiden über die Kostenverantwortung, nicht die Bezeichnung
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Dachreinigung: Mieter oder Vermieter

Umlagefähigkeit, Dachrinnenreinigung und Verteilerschlüssel

Muss der Mieter eine einmalige Moosentfernung auf dem Dach bezahlen? add
Nein. Eine einmalige Entfernung von Moos oder Algen ist keine regelmäßige Betriebskostenposition. Sie dient meist der Instandhaltung oder Vorbereitung einer Beschichtung und fällt daher dem Vermieter zu.
Reicht "sonstige Betriebskosten" im Mietvertrag für die Dachrinnenreinigung aus? add
Nein. Nach BGH-Rechtsprechung muss die Kostenart konkret vereinbart sein – eine pauschale Nennung reicht nicht aus.
Ist eine jährliche Dachrinnenreinigung umlagefähig? add
Ja – wenn: sie regelmäßig notwendig ist, keine Reparatur darstellt und im Mietvertrag explizit als übertragene Kostenart genannt wird.
Darf der Hausmeister die Dachreinigung in die Betriebskosten aufnehmen? add
Nur der eindeutig umlagefähige Anteil (z. B. reine Reinigung der Rinne). Anteile für Verwaltung, Reparatur oder Instandhaltung dürfen nicht enthalten sein. Doppelabrechnungen sind unzulässig.
Muss ein Dachgeschossmieter allein für die Dachreinigung zahlen? add
Nein. Bei fehlender abweichender Vereinbarung werden umlagefähige Betriebskosten nach Wohnfläche verteilt – nicht nach Stockwerk oder Eigentumsverhältnis.
Jetzt anfragen

Lieber machen lassen?

Kostenloses, unverbindliches Angebot für Ihr Objekt – Antwort innerhalb von 24 Stunden, direkt vom Objektleiter.