
Dachreinigung selber machen
Wann eine Dachreinigung in Eigenregie infrage kommt, wo aus Sicherheits- und Materialgründen die Grenzen liegen und welche Ausrüstung, Schritte und Reinigungsmittel eine schonende Vorgehensweise erfordert.
Wann eine Dachreinigung in Eigenregie infrage kommt, wo aus Sicherheits- und Materialgründen die Grenzen liegen und welche Ausrüstung, Schritte und Reinigungsmittel eine schonende Vorgehensweise erfordert.
Eine Dachreinigung in Eigenregie kommt nur bei bekannter, intakter Eindeckung und vom sicheren Stand aus infrage. Betreten Sie dafür kein geneigtes Dach.
Wer Dachziegel selbst reinigen möchte, sollte nicht mit Bürste oder Hochdruckreiniger beginnen. Zuerst müssen Material, Zustand und sichere Erreichbarkeit geklärt sein. Beschädigte oder möglicherweise asbesthaltige Dächer sind kein DIY-Fall. Dasselbe gilt, sobald Sie für die Arbeit auf das Dach steigen müssten.
Ausrüstung im Überblick
Für eine begrenzte Reinigung vom sicheren Stand aus benötigen Sie vor allem kontrollierbare Werkzeuge. Eine höhere Leistung ist nicht automatisch besser.
| Ausrüstung | Zweck | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Teleskopbürste mit weichem Besatz | lose, oberflächliche Ablagerungen lösen | keine Metallborsten oder scharfen Kanten |
| Gartenschlauch mit regelbarem Strahl | Fläche sparsam anfeuchten und abspülen | geringer, gut kontrollierbarer Wasserdruck |
| Schutzbrille und Handschuhe | Schutz vor Spritzwasser und gelöstem Schmutz | passend zum eingesetzten Mittel auswählen |
| Rutschfeste Schuhe | sicherer Stand am Boden | nicht als Ersatz für Absturzsicherung verstehen |
| Abdeckmaterial | empfindliche Flächen und Pflanzen schützen | Ablaufwege des Wassers nicht unkontrolliert blockieren |
| Auffangmöglichkeit für gelösten Schmutz | Eintrag in Rinnen und Abläufe begrenzen | regelmäßig kontrollieren und leeren |
| Geeigneter Behälter | Mittel nach Herstellerangabe ansetzen | niemals verschiedene Reiniger mischen |
Darum geht es hier
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Welche Dachbefunde sind für die Eigenreinigung tabu?
| Befund | DIY-Eignung | Grund |
|---|---|---|
| Material unbekannt | nein | Reinigungsmethode und Belastbarkeit lassen sich nicht beurteilen |
| Risse oder gebrochene Elemente | nein | Wasser kann in den Dachaufbau gelangen |
| Lockere oder verrutschte Eindeckung | nein | Bewegung und zusätzliche Belastung können Schäden vergrößern |
| Stark sandende oder abplatzende Oberfläche | nein | Bürsten und Wasserdruck können Material abtragen |
| Verdacht auf Asbestzement | nein | Reinigung kann Fasern freisetzen und ist rechtlich beschränkt |
| Nur vom Dach aus erreichbar | nein | Absturzgefahr |
| Kleine erreichbare Stelle auf intakter Eindeckung | eingeschränkt | nur nach Materialprüfung und mit schonender Probefläche |
Sieben Befunde im Überblick – von unbekanntem Material bis zur kleinen, erreichbaren Stelle auf intakter Eindeckung.

Können Sie Ihr Dach überhaupt selbst reinigen?
Sie können allenfalls eine kleine, gut erreichbare Fläche selbst reinigen, wenn Sie vom Boden oder von einem fachgerecht eingerichteten sicheren Arbeitsplatz aus arbeiten können. Die Dacheindeckung muss bekannt, unbeschädigt und für die gewählte Methode geeignet sein.
Prüfen Sie vor der Entscheidung diese Fragen:
- Wissen Sie sicher, aus welchem Material die Eindeckung besteht?
- Sind Dachziegel, Dachsteine, Schiefer und Anschlüsse intakt?
- Erreichen Sie die Stelle, ohne das geneigte Dach zu betreten?
- Handelt es sich um eine begrenzte, oberflächliche Verschmutzung?
- Können Sie verhindern, dass Wasser in Fugen oder unter die Eindeckung gedrückt wird?
- Wissen Sie, wohin Schmutz und Reinigungswasser gelangen?
Sobald Sie einen Punkt nicht sicher beantworten können, sollten Sie die Reinigung nicht beginnen. Eine Vermutung über Material oder Zustand reicht nicht aus.
Das gilt besonders für die Arbeitshöhe. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung bezeichnet Arbeiten an und auf Dächern als aktuellen Schwerpunkt tödlicher Absturzunfälle. Auch Leitern sind keine geeigneten Arbeitsplätze für Tätigkeiten, bei denen Sie mit beiden Händen ein langes Werkzeug oder einen Wasserschlauch führen müssen. DGUV: Prävention von Absturzunfällen
Nicht für Sie geeignet ist die Eigenreinigung, wenn Sie eine vollständig gleichmäßige Reinigung großer Dachflächen erwarten, die Eindeckung nicht sicher beurteilen können oder für die Arbeit das Dach betreten müssten. In diesen Fällen ist der mögliche optische Gewinn das Sicherheits- und Schadensrisiko nicht wert.

Welche Dächer sind für eine Reinigung in Eigenregie tabu?
Nicht selbst reinigen sollten Sie beschädigte, lose, unbekannte oder möglicherweise asbesthaltige Dächer. Auch stark verwitterte Flächen und Dächer mit undichten Anschlüssen benötigen zuerst eine fachliche Prüfung.
Besondere Vorsicht gilt bei älteren Faserzementplatten. Nach § 11 Gefahrstoffverordnung sind Reinigungs- und Beschichtungsarbeiten an nicht vollflächig beschichteten Asbestzementdächern verboten. Die entsprechenden Regelungen gelten ausdrücklich auch für private Haushalte. § 11 Gefahrstoffverordnung
Bei Objekten, deren Bau nach dem 31. Oktober 1993 begonnen wurde, kann laut § 11a Gefahrstoffverordnung in der Regel vermutet werden, dass kein Asbest vorhanden ist. Für einzelne Erzeugnisse gelten abweichende Übergangsfristen. Ein unbekanntes Baujahr oder eine spätere Neueindeckung ohne Unterlagen ersetzt deshalb keine sichere Materialbestimmung. § 11a Gefahrstoffverordnung
Bearbeiten, bürsten oder reinigen Sie verdächtige Platten nicht zur Probe. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist darauf hin, dass auch Privatpersonen die Freisetzung und Verschleppung von Asbestfasern verhindern müssen. BAuA: Arbeiten an asbesthaltigen Bauprodukten

Welche Ausrüstung brauchen Sie für eine schonende Reinigung?
Für eine begrenzte Reinigung vom sicheren Stand aus benötigen Sie vor allem kontrollierbare Werkzeuge. Eine höhere Leistung ist nicht automatisch besser.
Eine Leiter ist kein Ersatz für einen sicheren Arbeitsplatz. Müssen Sie sich seitlich hinauslehnen, mit beiden Händen arbeiten oder gegen den Rückstoß eines Geräts halten, ist der Aufbau ungeeignet.

Wie gehen Sie Schritt für Schritt vor?
Beginnen Sie mit einer Material- und Zustandsprüfung. Danach folgt eine kleine Probefläche mit der mildesten geeigneten Methode. Erst wenn die getrocknete Fläche unverändert und intakt bleibt, können Sie den begrenzten Bereich bearbeiten.
- Unterlagen prüfen: Klären Sie Baujahr, Material und mögliche spätere Neueindeckungen. Beachten Sie die Pflegehinweise des Herstellers.
- Dach vom Boden aus ansehen: Suchen Sie nach Rissen, verschobenen Elementen, offenen Anschlüssen, Abplatzungen und auffälligen Feuchtespuren.
- Arbeitsbereich festlegen: Bearbeiten Sie nur Flächen, die vollständig vom sicheren Stand aus erreichbar sind. Sperren Sie den Bereich unterhalb gegen Personen und Haustiere ab.
- Umgebung schützen: Schließen Sie Dachfenster und andere Öffnungen. Schützen Sie empfindliche Oberflächen und Pflanzen vor Spritzwasser.
- Lose Ablagerungen entfernen: Arbeiten Sie vorsichtig mit einer weichen Teleskopbürste. Drücken Sie nicht mit Gewalt auf die Eindeckung.
- Probefläche anlegen: Befeuchten Sie eine kleine, unauffällige Stelle mit geringem Wasserdruck. Führen Sie Wasser und Werkzeug so, dass nichts gegen Überdeckungen oder in Fugen gedrückt wird.
- Trocknung abwarten: Prüfen Sie, ob sich Farbe, Glanz, Struktur oder Festigkeit verändert haben. Achten Sie auf gelöste Körner und neue Feuchtespuren.
- Begrenzte Fläche reinigen: Nur bei unauffälliger Probe dürfen Sie das Vorgehen vorsichtig fortsetzen. Arbeiten Sie ohne starken Druck und kontrollieren Sie das Ergebnis regelmäßig.
- Reinigungswasser beachten: Lassen Sie gelösten Schmutz und eingesetzte Mittel nicht unkontrolliert in Boden, Regenabläufe oder Gewässer gelangen. Beachten Sie Produktangaben und örtliche Vorgaben.
- Abschlusskontrolle durchführen: Prüfen Sie die trockene Fläche erneut. Die Reinigung ist beendet, sobald für eine Fortsetzung mehr Kraft, mehr Druck oder ein riskanterer Zugang nötig wäre.

Ist ein Hochdruckreiniger für Dachziegel geeignet?
Ein Hochdruckreiniger ist keine universell geeignete Lösung für Dachziegel. Ein harter oder falsch geführter Wasserstrahl kann Oberflächen angreifen, Fugen belasten und Wasser unter überlappende Elemente drücken.
Ob eine Eindeckung Wasserdruck verträgt, hängt von Material, Beschichtung, Alter und Zustand ab. Selbst optisch ähnliche Dachziegel können unterschiedlich reagieren. Eine allgemeine Druckeinstellung für alle Dächer gibt es daher nicht.
Für die Eigenreinigung vom Boden aus ist ein Hochdruckreiniger zusätzlich schwer zu kontrollieren. Lange Lanzen vergrößern den Hebel, Spritzwasser nimmt die Sicht und der Rückstoß kann den sicheren Stand beeinträchtigen. Verzichten Sie darauf, wenn der Hersteller die Anwendung nicht ausdrücklich erlaubt oder Sie die Fläche nicht kontrolliert erreichen.
Auch ein sogenannter Flächenreiniger beseitigt diese Risiken nicht. Er kann zwar Spritzwasser begrenzen, macht eine empfindliche oder beschädigte Eindeckung aber nicht belastbarer.

Welche Reinigungsmittel kommen infrage?
Verwenden Sie möglichst zuerst Wasser und eine weiche Bürste. Ein zusätzliches Reinigungsmittel kommt nur infrage, wenn es ausdrücklich für das vorhandene Dachmaterial geeignet ist und Sie die Gebrauchs- sowie Entsorgungshinweise einhalten können.
Beachten Sie dabei:
- Prüfen Sie die Materialfreigabe auf dem Produkt.
- Legen Sie immer eine kleine Probefläche an.
- Mischen Sie keine unterschiedlichen Mittel.
- Vermeiden Sie unnötig aggressive oder scheuernde Produkte.
- Schützen Sie Haut, Augen, Pflanzen und angrenzende Bauteile.
- Verwenden Sie nur so viel Mittel wie erforderlich.
- Klären Sie vorab den Umgang mit dem anfallenden Reinigungswasser.
Bei biozidhaltigen Produkten ist besondere Zurückhaltung geboten. Das Umweltbundesamt beschreibt, dass Wirkstoffe aus biozidbehandelten Dächern bei Regen ausgewaschen werden können. Über Kanalisation und Böden können sie Grund- und Oberflächengewässer belasten. Umweltbundesamt: Biozide im Bautenschutz
Ein Mittel, das einen Belag sichtbar aufhellt, ist nicht automatisch materialverträglich oder umweltgerecht. Ohne klare Produktfreigabe und kontrollierbaren Wasserweg sollten Sie darauf verzichten.

Wann sollten Sie die Arbeit abbrechen?
Brechen Sie die Reinigung sofort ab, wenn sich Material löst, Wasser in den Dachaufbau gelangen könnte oder der sichere Stand nicht mehr gewährleistet ist. Mehr Druck ist bei einem schlechten Ergebnis keine sinnvolle Reaktion.
Konkrete Abbruchsignale sind:
- Dachziegel, Platten oder Schiefer bewegen sich.
- Körner, Beschichtungen oder Teile der Oberfläche lösen sich.
- Risse, offene Fugen oder beschädigte Anschlüsse werden sichtbar.
- Wasser läuft unter Überdeckungen oder in unbekannte Hohlräume.
- Die Probefläche verändert nach dem Trocknen Farbe oder Struktur.
- Das Werkzeug lässt sich nicht mehr sicher kontrollieren.
- Sie müssten eine Leiter besteigen oder das Dach betreten.
- Wind, Regen oder eine nasse Standfläche beeinträchtigen die Arbeit.
- Es entsteht ein Verdacht auf Asbestzement.
- Das Reinigungswasser lässt sich nicht kontrolliert zurückhalten.
Ein Abbruch schützt nicht nur vor einem Unfall. Er verhindert auch, dass eine oberflächliche Verschmutzung durch die Reinigung zu einem Schaden an Eindeckung oder Dachaufbau wird.

Fazit: Nur vom sicheren Stand aus selbst reinigen
Eine Dachreinigung in Eigenregie ist nur für kleine, eindeutig erreichbare Flächen auf einer bekannten und intakten Eindeckung vertretbar. Prüfen Sie zuerst Material und Zustand. Arbeiten Sie anschließend mit der mildesten geeigneten Methode und testen Sie diese an einer unauffälligen Stelle.
Betreten Sie für die Reinigung kein geneigtes Dach. Verzichten Sie bei Asbestverdacht, losen Bauteilen, Rissen oder unklaren Anschlüssen vollständig auf einen Selbstversuch. Wenn das gewünschte Ergebnis nur mit mehr Druck, Chemie oder einem riskanteren Zugang erreichbar scheint, ist die Grenze des Selbermachens erreicht.

Häufige Fragen zur Dachreinigung in Eigenregie
Sicherheit, Ausrüstung und Reinigungsmittel für die Eigenreinigung
Kann man ein Dach selbst reinigen? add
Kann man Dachziegel mit einem Hochdruckreiniger reinigen? add
Wie bekommt man Moos vom Dach? add
Welches Reinigungsmittel eignet sich für Dachziegel? add
Wann sollte man ein Dach nicht selbst reinigen? add
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