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Ökologische Solarreinigung
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Technik & Ausstattung

Ökologische Solarreinigung

Ressourcenschonende Solarreinigung mit entmineralisiertem Wasser, weichen Bürsten und bedarfsgerechtem Einsatz statt starrem Reinigungsintervall.

Technik & Ausstattung

Ressourcenschonende Solarreinigung mit entmineralisiertem Wasser, weichen Bürsten und bedarfsgerechtem Einsatz statt starrem Reinigungsintervall.

Eine ökologische Solarreinigung entfernt Schmutz von Photovoltaik-Modulen mit möglichst wenig Wasser, Energie und Reinigungschemie. Im Mittelpunkt stehen eine schonende Arbeitsweise, geeignete Bürsten sowie kalkarmes oder entmineralisiertes Wasser. Ebenso wichtig ist die Frage, ob eine Reinigung überhaupt notwendig ist.

Denn nicht jedes verschmutzt wirkende Modul muss sofort gereinigt werden. Regen entfernt viele lose Ablagerungen von ausreichend geneigten Anlagen. Eingreifen sollte man vor allem dann, wenn hartnäckiger Schmutz zurückbleibt, einzelne Bereiche verschattet werden oder die Ertragsdaten auf eine zunehmende Verschmutzung hindeuten.

Was macht eine Solarreinigung ökologisch?

Der Begriff „ökologisch“ ist bei der Reinigung von Solarmodulen nicht geschützt. Deshalb lohnt es sich, das Verfahren genauer anzusehen. Eine umweltbewusste Reinigung zeichnet sich durch mehrere Punkte aus:

  • Reinigungsmittel werden vermieden oder nur eingesetzt, wenn der Modulhersteller sie ausdrücklich erlaubt und Wasser allein nicht genügt.
  • Wasser wird bedarfsgerecht verwendet und nicht unnötig im Dauerstrahl auf die Anlage geleitet.
  • Bürsten, Tücher und Geräte sind für empfindliche Moduloberflächen geeignet.
  • Die Reinigung erfolgt nur bei tatsächlichem Bedarf.
  • Anfahrten, Wasseraufbereitung und Maschineneinsatz werden möglichst effizient organisiert.
  • Die Vorgaben des jeweiligen Modulherstellers werden eingehalten.

Chemiefrei ist damit ein wichtiger, aber nicht der einzige Bestandteil einer ökologischen Solarreinigung. Auch Wasserverbrauch, Arbeitstechnik und Reinigungsintervall beeinflussen die Umweltbilanz.

Warum Solarmodule häufig ohne Reinigungsmittel auskommen

Viele gewöhnliche Verschmutzungen lassen sich mit Wasser und sanfter Mechanik lösen. Dazu gehören Staub, Pollen, leichte Ablagerungen und lose organische Rückstände. Eine weiche Bürste lockert den Belag, während das Wasser die gelösten Partikel abtransportiert.

Scharfe, stark saure oder alkalische Mittel sind dafür normalerweise weder erforderlich noch sinnvoll. Ungeeignete Produkte können Oberflächen, Rahmen, Dichtungen oder Beschichtungen beeinträchtigen. Scheuernde Werkzeuge und Metallgegenstände sind ebenfalls tabu.

Welche Mittel zulässig sind, hängt jedoch vom Modul ab. Einige Hersteller erlauben neben weichem Wasser bestimmte Alkohol-Wasser-Gemische oder in Ausnahmefällen mildes Spülmittel. Andere machen engere Vorgaben. Maßgeblich ist deshalb immer die Betriebs- und Wartungsanleitung des konkreten Modultyps. Auch SOLARWATT empfiehlt eine Reinigung mit weichem beziehungsweise kalkarmem Wasser und warnt vor aggressiven Reinigern sowie scheuernden Werkzeugen.

Kalkarmes oder entmineralisiertes Wasser?

Für die ökologische Solarreinigung wird häufig entmineralisiertes Wasser verwendet. Es wird auch als VE-Wasser oder – abhängig vom Aufbereitungsverfahren – als Osmosewasser bezeichnet. Da es nur sehr wenige gelöste Mineralien enthält, hinterlässt es beim Trocknen kaum Kalk- oder Salzrückstände.

Das bringt praktische Vorteile:

  • Die Module können in vielen Fällen an der Luft trocknen.
  • Kalkflecken werden vermieden.
  • Ein zusätzliches Abziehen oder Nachpolieren ist meist nicht erforderlich.
  • Viele Verschmutzungen lassen sich ohne Reinigungszusätze entfernen.

Entmineralisiertes Wasser ist aber kein Wundermittel. Fest anhaftender Vogelkot, Harz, Flechten oder fettige Ablagerungen müssen zunächst eingeweicht und anschließend mechanisch gelöst werden. Dabei zählt nicht möglichst hoher Druck, sondern eine ausreichend lange Einwirkzeit und materialgerechte Bürstenbewegung.

Auch weiches Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser kann geeignet sein, sofern der Hersteller dies erlaubt. Bei hartem Leitungswasser besteht dagegen die Gefahr sichtbarer Mineralrückstände.

So funktioniert eine schonende ökologische Solarreinigung

Eine fachgerechte Reinigung beginnt nicht mit der Bürste, sondern mit einer Sichtprüfung. Beschädigte Module, lose Leitungen und auffällige Steckverbindungen müssen erkannt werden, bevor Wasser eingesetzt wird.

Der typische Ablauf umfasst folgende Schritte:

  1. Anlage und Herstellerangaben prüfen Modultyp, zulässige Reinigungsverfahren und erkennbare Schäden werden kontrolliert.

  2. Groben Schmutz entfernen Blätter, Zweige und andere lose Fremdkörper werden ohne Kratzen beseitigt.

  3. Oberfläche mit Wasser benetzen Anhaftende Rückstände erhalten Zeit zum Aufweichen. Sehr heiße Module sollten nicht mit kaltem Wasser gereinigt werden.

  4. Mit weicher Bürste arbeiten Geeignete Waschbürsten lösen den Schmutz mit geringem Anpressdruck. Auf die Module darf weder getreten noch gekniet werden.

  5. Gelöste Rückstände abspülen Schmutzwasser darf nicht über bereits gereinigte Flächen verteilt werden.

  6. Ergebnis kontrollieren Rahmenkanten, Modulübergänge und zuvor verschattete Bereiche werden abschließend geprüft.

Auf Dächern kommen häufig wasserführende Teleskopstangen zum Einsatz. Für größere Freiflächenanlagen eignen sich geführte Bürstensysteme oder Reinigungsroboter. Das Verfahren muss stets zur Bauart, Neigung und Zugänglichkeit der Anlage passen.

Warum Hochdruck problematisch sein kann

Ein Hochdruckreiniger wirkt effizient, kann an Photovoltaik-Modulen aber erhebliche Risiken verursachen. Ein harter Wasserstrahl kann Dichtungen, Randbereiche, Steckverbindungen oder die Rückseite der Module belasten. Zudem lässt sich der tatsächliche Druck an der Oberfläche nur schwer kontrollieren.

Deshalb sollte Hochdruck nur verwendet werden, wenn der Hersteller des konkreten Moduls das Verfahren ausdrücklich freigibt und Abstand, Druck sowie Strahlrichtung festgelegt sind. Für eine schonende Solarreinigung sind Niederdruck, weiche Bürsten und eine längere Einwirkzeit meist die bessere Wahl.

Der ökologische Faktor Wasser

Auch eine chemiefreie Reinigung verbraucht Ressourcen. Wird entmineralisiertes Wasser durch Umkehrosmose erzeugt, entsteht neben dem gereinigten Wasser ein mineralreicherer Teilstrom. Zusätzlich werden Energie, Filter und gegebenenfalls Ionenaustauscherharze benötigt.

Eine ökologische Arbeitsweise achtet daher nicht nur auf die Wasserqualität, sondern ebenso auf die benötigte Menge. Gute Anbieter können erklären,

  • wie das Wasser aufbereitet wird,
  • wie sie den Verbrauch begrenzen,
  • ob Wasser vor Ort oder zentral produziert wird,
  • wie unnötige Anfahrten vermieden werden,
  • und warum die Reinigung im konkreten Fall erforderlich ist.

Eine Untersuchung des Umweltbundesamtes bewertet die Reinigung in der gesamten Ökobilanz einer Photovoltaikanlage zwar als vergleichsweise kleinen Posten. Trotzdem bleibt ein sparsamer Umgang mit Wasser sinnvoll, besonders bei großen Solarparks und kurzen Reinigungsintervallen. Das Umweltbundesamt untersucht den Wasserbedarf der PV-Flächenreinigung unter anderem anhand von Modulfläche, Wassermenge pro Quadratmeter und Reinigungshäufigkeit.

Wann sollten Solarmodule gereinigt werden?

Ein pauschales jährliches Reinigungsintervall ist weder wirtschaftlich noch besonders ökologisch. Ob eine Reinigung sinnvoll ist, hängt von Standort, Neigung, Umgebung und Art der Ablagerungen ab.

Ein erhöhter Reinigungsbedarf besteht häufig bei:

  • sehr flach montierten Modulen,
  • landwirtschaftlichen Betrieben und Tierställen,
  • staubintensiven Gewerbe- oder Industriegebieten,
  • stark befahrenen Straßen,
  • Bäumen in unmittelbarer Nähe,
  • regelmäßigem Vogelkot,
  • Laub, Moos oder Flechten,
  • Schmutzansammlungen an der unteren Rahmenkante.

Ausreichend geneigte Module werden dagegen teilweise durch Regen gereinigt. So weist etwa SOLARWATT darauf hin, dass Regen bei einer empfohlenen Mindestneigung von 15 Grad einen wesentlichen Teil der Reinigung übernimmt. Dieser Wert ist jedoch herstellerspezifisch und lässt sich nicht unverändert auf jedes Modul oder Montagesystem übertragen.

Verschmutzung anhand der Ertragsdaten erkennen

Eine Sichtkontrolle zeigt grobe Ablagerungen, sagt aber noch nicht zuverlässig, wie stark der Ertrag beeinträchtigt wird. Hilfreicher sind Monitoring-Daten.

Verglichen werden können beispielsweise:

  • ähnlich ausgerichtete Strings,
  • aktuelle Werte mit vergleichbaren Zeiträumen,
  • Ist-Ertrag und erwarteter Ertrag,
  • auffällige Abweichungen zwischen Wechselrichtern.

Dabei müssen Wetter, Einstrahlung, Temperatur, Verschattung und technische Fehler berücksichtigt werden. Ein niedrigerer Ertrag beweist nicht automatisch, dass die Module verschmutzt sind. Umgekehrt kann eine örtlich begrenzte Ablagerung relevant sein, obwohl die gesamte Modulfläche weitgehend sauber aussieht.

Vor einer größeren Reinigung empfiehlt sich deshalb eine Kombination aus Sichtprüfung, Monitoring und technischer Kontrolle.

Ökologische Solarreinigung selbst durchführen?

Vom Boden aus kann eine vorsichtige Reinigung mit geeigneter Teleskopstange möglich sein. Voraussetzung ist, dass sämtliche Bereiche sicher erreichbar sind und die Herstellervorgaben eingehalten werden.

Von Arbeiten auf Leitern oder ungesicherten Dächern ist abzuraten. Neben der Absturzgefahr besteht ein elektrisches Risiko: PV-Module erzeugen bei Lichteinfall weiterhin Spannung. Beschädigte Module können in Verbindung mit Feuchtigkeit besonders gefährlich sein. Die Herstelleranleitung empfiehlt daher, die Anlage vor der Reinigung auf Risse, Schäden und lose Verbindungen zu prüfen.

Professionelle Hilfe ist insbesondere sinnvoll, wenn:

  • die Anlage nur über das Dach erreichbar ist,
  • Schäden oder lose Komponenten sichtbar sind,
  • hartnäckige Ablagerungen vorliegen,
  • eine große Fläche gereinigt werden soll,
  • oder keine eindeutigen Herstellerangaben verfügbar sind.

Woran erkennt man einen seriösen Anbieter?

Ein Fachbetrieb sollte nicht allein mit dem Begriff „ökologisch“ werben, sondern sein Verfahren nachvollziehbar erklären. Achten Sie insbesondere auf folgende Merkmale:

  • Der Anbieter prüft Modultyp, Anlagenalter, Neigung und Verschmutzungsart.
  • Er berücksichtigt die Reinigungsvorgaben des Herstellers.
  • Er nennt die verwendete Wasserqualität und Reinigungstechnik.
  • Er arbeitet mit geeigneten, nicht scheuernden Bürsten.
  • Er vermeidet unnötig hohen Druck und betritt die Module nicht.
  • Er kann den Bedarf für die Reinigung begründen.
  • Er verfügt über eine Betriebshaftpflicht, die Arbeiten an Photovoltaikanlagen abdeckt.
  • Er verspricht keine pauschale Ertragssteigerung.

Skepsis ist angebracht, wenn ein festes Reinigungsintervall ohne Besichtigung empfohlen oder ein nicht näher bezeichnetes „Spezialmittel“ als grundsätzlich notwendig dargestellt wird.

Häufige Fragen zur ökologischen Solarreinigung

Ist entmineralisiertes Wasser schädlich für PV-Module?

Bei sachgemäßer Anwendung ist entmineralisiertes Wasser für die Glasoberfläche normalerweise geeignet. Entscheidend bleiben die Vorgaben des Modulherstellers sowie eine schonende Mechanik.

Muss eine Solaranlage jedes Jahr gereinigt werden?

Nein. Ein starres Intervall ist nicht sinnvoll. Sichtbarer Schmutz, Anlagenstandort und Monitoring-Daten sollten darüber entscheiden, ob eine Reinigung notwendig ist.

Darf man Spülmittel verwenden?

Nur wenn die Anleitung des Modulherstellers dies zulässt. Für viele Ablagerungen genügen kalkarmes oder entmineralisiertes Wasser und eine weiche Bürste. Unnötige Zusätze erhöhen den Spülbedarf und gelangen mit dem Abwasser in die Umgebung.

Kann Regen die Module ausreichend reinigen?

Bei geneigten Modulen entfernt Regen häufig losen Staub und Pollen. Hartnäckiger Vogelkot, Moos, Flechten sowie Ablagerungen an Rahmenkanten können jedoch zurückbleiben.

Gefährdet eine Reinigung die Garantie?

Unsachgemäße Verfahren können Garantieansprüche beeinträchtigen. Vor der Reinigung sollten deshalb immer die aktuelle Betriebsanleitung und die Pflegehinweise des Modulherstellers geprüft werden.

Fazit

Eine ökologische Solarreinigung verbindet geringen Ressourceneinsatz mit einer materialschonenden Arbeitsweise. In vielen Fällen reichen weiches oder entmineralisiertes Wasser und geeignete Bürsten aus. Noch nachhaltiger ist es, nicht nach Kalender zu reinigen, sondern erst dann, wenn Sichtprüfung und Ertragsdaten einen tatsächlichen Bedarf erkennen lassen.

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